Folge 1: Das Mädchen im Wald
Es war ein sonniger Nachmittag im Sommer in Nordkalifornien. Allerdings war das für manche kaum zu bemerken, da sie im Redwood-Nationalpark unter massiven Küstenmammutbäumen mit einer Höhe von über 100 Metern standen.
Der dicke Wald konnte jede Menge Geheimnisse verstecken. Oft wird gefragt, ob ein umfallender Baum im Wald ein Geräusch machen kann, schon wenn keiner dabei ist, das hören zu können. Die Antwort ist einfach: ja, weil der Wald das hören kann. Der Wald hört alles.
Diese Tatsache war für Anna Jones ganz offensichtlich geworden. Nur Tage nach ihrem 18. Geburtstag, machte sie ihren Weg durch den Wald. Als sie ihren schweren Rucksack kilometerlang durch krumme, schlammige Pfade trug, merkte sie dass diese physische Belastung eigentlich die geringste war.
Sie freute sich so sehr, ihr Onkel Robert fürs allererste Mal im Leben zu treffen, aber gleichzeitig spürte sie unheimlich viel Angst, so einen engen Verwandten endlich zu sehen, nachdem sie ihr ganzes Leben lang nur ab und zu von ihm gehört hatte.
Dieses ängstliche Gefühl machte Anna narrisch, und somit dachte sie an ihre 18. Geburtstagsfeier. Nein, diese war kein fröhliches oder normales Ereignis. An diesem Tag, genauso warm und sonnig wie dieser, in der kleinen Hütte ihres Vaters entlang den Fluss Klamath.
„Alles Gute zum Gebuatstag! Ich habe für dich was Kuchen gekauft“, sagte er, als er ein winziges Stück Kuchen auf den antiken hölzernen Tisch im Wohnzimmer setzte.
Anna zögerte, aber leise sagte sie, „Danke, Papa“, und biss was Kuchen ab.
Der Geschmack war nichts besonderes, und obwohl sie wusste, dass sie nichts weiteres für ihren Geburtstag kriegen würde, wusste sie dass sie trotzdem Dankbarkeit zeigen sollte. So war es bei jedem Geburtstag. Naja, bei fast jedem Geburtstag. Einige Jahre gab es für Anna keine Geburtstagsfeier, weil ihr Vater als Lkw-Fahrer arbeiten musste.
Der Geschmack war nichts besonderes, und obwohl sie wusste, dass sie nichts weiteres für ihren Geburtstag kriegen würde, wusste sie dass sie trotzdem Dankbarkeit zeigen sollte. So war es bei jedem Geburtstag. Naja, bei fast jedem Geburtstag. Einige Jahre gab es für Anna keine Geburtstagsfeier, weil ihr Vater als Lkw-Fahrer arbeiten musste.
„Bitte schön!“, beantwortete Herr Jones, mit einem komischen Grinsen. Als Anna fortsetzte, das Stück Kuchen zu essen, fragte sie ihr Vater, „Jetzt das du 18 Jahre alt bist, was willst du mit deinem Leben tun?“
Die Frage hat Anna ein bisschen überrascht, und als sie das Schlagobers von ihrer Gabel leckte, musste sie darüber nachdenken. Nach ein paar Sekunden sagte sie, „Ich denke, ich hätte gerne einen Surfshop am Strand eröffnen.“
Ihr Vater kraulte sich das Kinn und rief voller Freude aus, „Das klingt leiwand! Ich kenne ganz genau den Mann, der dir helfen kann.“
Anna zeigte sich ekstatisch darauf, als sie mit ihrem Kuchen fertig war. Mit einem massiven Grinsen fragte sie, „Na wer?“
„Dein Onkel Robert.“ Die Antwort ihres Vaters war sofort und emotionslos. Obwohl die Stimmung der Geburtstagsfeier bisher fröhlich war, gab es wegen der Erwähnung des Namens eine totale Stille in der Hütte.
Anna fuhr sich mit den Fingern durch die Haare, und brach die Stille, „Was ist es denn mit diesem Onkel Robert? Lebt er noch?“
Annas Vater errötete bis zu den Ohren. Er stotterte und beantwortete, „Um, ja, klar lebt er noch. Es tut mir wirklich leid, dass ich ihn, um, dir noch nicht vorgestellt habe. Er ist so beschäftigt gewesen.“
Anna zeigte sich vollkommen verwirrt. Ihr war es nach wie vor überhaupt nicht klar, warum sie keine Beziehung mit diesem Onkel hatte, und wie er nach so vielen Jahren endlich was Hilfe anbieten könnte. „Okay.. denn was macht er beruflich? Du hast gesagt, dass er mir helfen könnte.“
Immer noch beängstigt, Annas Vater sagte, „Dein Onkel besitzt viele Geschäfte in Kalifornien, die jede Menge Produkte verkaufen. Das heißt Surf- und Skibekleidung, Lebensmittel, aber auch Roboter, die mit künstlicher Intelligenz betrieben werden. Natürlich könnte er dir helfen, und ich kann dir seine Adresse geben, damit du ihn treffen kannst.“
Annas blaue Augen leuchteten auf. Nachdem Herr Jones von seinem Sessel aufstand, stand Anna ebenfalls auf, um ihn liebevoll zu umarmen. Dann rief Anna aus, „Wow, das finde ich ja super! Wo lebt er, denn?“
Ihr Vater kraulte sich das Kinn und rief voller Freude aus, „Das klingt leiwand! Ich kenne ganz genau den Mann, der dir helfen kann.“
Anna zeigte sich ekstatisch darauf, als sie mit ihrem Kuchen fertig war. Mit einem massiven Grinsen fragte sie, „Na wer?“
„Dein Onkel Robert.“ Die Antwort ihres Vaters war sofort und emotionslos. Obwohl die Stimmung der Geburtstagsfeier bisher fröhlich war, gab es wegen der Erwähnung des Namens eine totale Stille in der Hütte.
Anna fuhr sich mit den Fingern durch die Haare, und brach die Stille, „Was ist es denn mit diesem Onkel Robert? Lebt er noch?“
Annas Vater errötete bis zu den Ohren. Er stotterte und beantwortete, „Um, ja, klar lebt er noch. Es tut mir wirklich leid, dass ich ihn, um, dir noch nicht vorgestellt habe. Er ist so beschäftigt gewesen.“
Anna zeigte sich vollkommen verwirrt. Ihr war es nach wie vor überhaupt nicht klar, warum sie keine Beziehung mit diesem Onkel hatte, und wie er nach so vielen Jahren endlich was Hilfe anbieten könnte. „Okay.. denn was macht er beruflich? Du hast gesagt, dass er mir helfen könnte.“
Immer noch beängstigt, Annas Vater sagte, „Dein Onkel besitzt viele Geschäfte in Kalifornien, die jede Menge Produkte verkaufen. Das heißt Surf- und Skibekleidung, Lebensmittel, aber auch Roboter, die mit künstlicher Intelligenz betrieben werden. Natürlich könnte er dir helfen, und ich kann dir seine Adresse geben, damit du ihn treffen kannst.“
Annas blaue Augen leuchteten auf. Nachdem Herr Jones von seinem Sessel aufstand, stand Anna ebenfalls auf, um ihn liebevoll zu umarmen. Dann rief Anna aus, „Wow, das finde ich ja super! Wo lebt er, denn?“
Als er sich die Brillen zurechtrückte, beantwortete Herr Jones, „Er hat ein Haus in Orick. Naja, er hat Luxus-Landhäuser in Malibu und Silicon Valley, aber in Orick befindet sich eines seiner kleineren Häusern.“
Anna konnte ihre Freude kaum zurückhalten. Sie hüpfte um die Hütte herum, und damit sie die antiken Teller überm Kamin nicht zerbrechen würde, lief sie aus der Haustür heraus, und sprung von der Veranda an den Rasen hinunter. Sie fühlte sich wieder wie ein Kind, frei und ohne Sorgen. Naja, ihr Vater hatte gerade einen Plan für den Anfang ihres erwachsenen Lebens vorgestellt, aber in diesem Moment war das ihr Wurscht. Annas blonde Haare glänzten im Sonnenschein, und mit ihrem weißen Rock war sie wie ein wilder Hase, der gerne durch die Wiese herumspringt.
Langsam kam Annas Vater zur Veranda. Er sah, wie sehr seine Worte seine Tochter zum Jubeln brachte. Trotz seiner seriösen, emotionslosen Persönlichkeit schaffte er es, ein bisschen zu lächeln. Als seine Tochter an ihn schaute, hörte sie plötzlich zu tanzen auf, und lief zu den Stiegen der Veranda, um ihren Vater noch einmal zu umarmen. Dieser Moment hatte eigentlich die beiden angenehm überrascht.
Anna konnte ihre Freude kaum zurückhalten. Sie hüpfte um die Hütte herum, und damit sie die antiken Teller überm Kamin nicht zerbrechen würde, lief sie aus der Haustür heraus, und sprung von der Veranda an den Rasen hinunter. Sie fühlte sich wieder wie ein Kind, frei und ohne Sorgen. Naja, ihr Vater hatte gerade einen Plan für den Anfang ihres erwachsenen Lebens vorgestellt, aber in diesem Moment war das ihr Wurscht. Annas blonde Haare glänzten im Sonnenschein, und mit ihrem weißen Rock war sie wie ein wilder Hase, der gerne durch die Wiese herumspringt.
Langsam kam Annas Vater zur Veranda. Er sah, wie sehr seine Worte seine Tochter zum Jubeln brachte. Trotz seiner seriösen, emotionslosen Persönlichkeit schaffte er es, ein bisschen zu lächeln. Als seine Tochter an ihn schaute, hörte sie plötzlich zu tanzen auf, und lief zu den Stiegen der Veranda, um ihren Vater noch einmal zu umarmen. Dieser Moment hatte eigentlich die beiden angenehm überrascht.
Die Hoffnung dieses Umarmens blieb mit Anna, als sie ein bisschen Sonnenschein durch die Bäume sah.
Als Schweiß von ihrem Gesicht heruntertropfte, starrte sie eine Papierkarte und einen Kompass an. Als typische Millennial fand sie diese veraltete Navigationsweise äußerst ungünstig zu sein. Das blöde Handy hat längst keinen Empfang mehr, dachte sie.
Sie folgte dem Pfad westwärts, mit ihren Füßen auf dem Pfad genauso wie ihr Finger auf der Karte. Mit so einer kurvigen Strecke wurde es ihr klar was man meint, wenn man von einem „Holzweg“ spricht.
Ihr Alleinsein und ihre Trennung von der Zivilisierung erinnerten sie an den Tag nach ihrem Geburtstag, an dem dieser verrückte Spaziergang anfing.
Es war früh im Morgen, und typisch für den Sommer war die Sonne bereits aufgegangen. Anna legte einen massiven Koffer auf ihr Bett. Der Koffer war so schwer, dass es die schwache Matratze mit rosa Bezügen auf dem kleinen Bett bebte.
Nachdem sie die letzten Hemden hineinpackte, zog Anna einen silbernen Schlüssel aus der Tasche von ihren Jeans heraus. Er glänzte im Sonnenlicht, und gab ihr ein wunderbares Gefühl, dass ihre Zukunft nicht nur wortwörtlich in ihrer Hand lag.
Ganz voller Hoffnung ging sie ins Wohnzimmer mit dem Schlüssel in der Hand. „Papa!“, rief sie. Doch ihr Vater war nicht da, und es gab eine unheimliche Stille in der ganzen Hütte. Sogar die Vögel draußen hörten zu zwitschern auf.
Es muss sein, dass er nur mich nicht hören kann, dachte Anna, total verwirrt. „PAPA!!!!“, rief sie noch lauter. Es gab immer wieder Stille. Verzweifelt klopfte sie auf der Zimmertür ihres Vaters. Wieder Stille.
Frustriert, Anna lief durchs Wohnzimmer zur Veranda hinaus. Als sie von der Veranda hinausschaute, sank ihr Herz sofort.
Vor der Hütte war das Auto ihres Vaters, ein rotes Corvette aus den 80ern, total verschwunden. Anna keuchte aus Überraschung, und hielt sich den Mund mit ihrer Hand zu.
Mein Vater ist weggefahren. Nun habe ich kein Auto zu fahren, um meinen Onkel zu besuchen, nahm sie ganz traurigerweise zur Kenntnis.
Als die Tränen unmittelbar von ihren Augen zu fallen anfingen, drehte sie sich um und machte sie die Haustür wieder auf. Sobald sie die Tür öffnete, merkte sie etwas ungewöhnliches im antiken Lehnsessel rechts vom Türabstreifer. Neben dem dunkelroten Polster lag ein zerknülltes Stück Papier mit ein paar Sätze mit einem blauen Kugelschreiber daraufgeschrieben. Immer noch auf der Veranda gestanden, wischte Anna die Tränen von ihrer rechten Wange mit ihren Fingern weg, damit sie die Schrift klarer lesen konnte. Mein Vater hat mir einen Brief geschrieben, nahm sie zur Kenntnis.
Anna griff den Brief sofort zu, und fing trotz hoher Emotion zu lesen an.
Liebe Anna,
ich muss ein paar Packungen mit dem Lkw liefern, aber weil der Lkw beim Lagerhaus in Redding geparkt ist, muss ich dorthin mit meinem Auto fahren. Es tut mir leid, aber der schnellste Weg für Dich ist jetzt zu Fuß. Zum Glück habe ich mich daran erinnert, dass ich eine Faltkarte vom Redwood-Nationalpark und einen Kompass habe, damit Du nach Orick gut vorankommen kannst. Diese befinden sich auf dem Tisch in der Küche. Ich wünsche Dir alles Gute, und ich liebe Dich sehr.
Gute Reise
Dein Papa
Der Schmerz, den sie von dieser Botschaft kriegte, war einfach unüberwindbar. Dieser Schmerz blieb mit Anna, als sie die Faltkarte und den Kompass, gemeinsam mit einem Rucksack (statt einem viel größern Koffer) mit sich trug. Sie konnte sich kaum davon ablenken, als sie die Haustür zusperrte, und der Schotterstraße vor der Hütte Richtung Westen folgte.
Mit dem Regen am Mittag mischte sich das Regenwasser mit ihren Tränen. Dass sie die Faltkarte in ihrer Tasche behalten musste hat Anna kaum gestört. Sie wusste, dass sie noch ein paar Kilometer dem Pfad folgen musste, bevor sie den Wald erreichte.
Es war sicher der Anfang einer langen Reise, die sie zu einer erwachsen Frau machen würde.
Anna griff den Brief sofort zu, und fing trotz hoher Emotion zu lesen an.
Liebe Anna,
ich muss ein paar Packungen mit dem Lkw liefern, aber weil der Lkw beim Lagerhaus in Redding geparkt ist, muss ich dorthin mit meinem Auto fahren. Es tut mir leid, aber der schnellste Weg für Dich ist jetzt zu Fuß. Zum Glück habe ich mich daran erinnert, dass ich eine Faltkarte vom Redwood-Nationalpark und einen Kompass habe, damit Du nach Orick gut vorankommen kannst. Diese befinden sich auf dem Tisch in der Küche. Ich wünsche Dir alles Gute, und ich liebe Dich sehr.
Gute Reise
Dein Papa
Der Schmerz, den sie von dieser Botschaft kriegte, war einfach unüberwindbar. Dieser Schmerz blieb mit Anna, als sie die Faltkarte und den Kompass, gemeinsam mit einem Rucksack (statt einem viel größern Koffer) mit sich trug. Sie konnte sich kaum davon ablenken, als sie die Haustür zusperrte, und der Schotterstraße vor der Hütte Richtung Westen folgte.
Mit dem Regen am Mittag mischte sich das Regenwasser mit ihren Tränen. Dass sie die Faltkarte in ihrer Tasche behalten musste hat Anna kaum gestört. Sie wusste, dass sie noch ein paar Kilometer dem Pfad folgen musste, bevor sie den Wald erreichte.
Es war sicher der Anfang einer langen Reise, die sie zu einer erwachsen Frau machen würde.

Kommentare
Kommentar veröffentlichen